° Das Weinjahr 2004 - voller Überraschungen


Im langjährigen Durchschnitt stellt 2004 ein normales, gutes Jahr dar. Der Austrieb war Ende April. Zu aller Überraschung hatten wir am 14. Mai bei einer Trieblänge der Reben von 10 cm einen Nachtfrost bis -4° C. Dadurch verursacht hatten einige Reben kleine Schäden davongetragen. Die Rebblüte begann am 11. Mai und dauerte zwei Wochen. Nach mehreren kräftigen Gewitterregen wechselte Mitte Juli das Wetter von feucht-schwül auf sommerlich heiß und trocken und blieb so bis Ende September. Dank des guten Gesundheitszustandes der Trauben konnten wir in aller Ruhe den optimalen Lesezeitpunkt abwarten. Wir nutzten den Temperatur-wechsel zwischen den warmen Herbsttagen und den kühlen Nächten aus, denn dieser trägt dazu bei, das Aroma der Trauben besonders auszuprägen. Mit der Weinlese begannen wir dann am 11. Oktober, sie dauerte bis zum 4. November, hier ernteten wir Spätburgunder mit 99° Oechsle sowie Riesling mit 95° Oechsle. Das gesunde und reife Lesegut im oberen Kabinett- bis Spätlesebereich bot optimale Voraussetzungen für saubere, fruchtbetonte und ausgewogene Weine. Der Zuckergehalt der Trauben, Säure und Gesamteindruck der Beeren versprachen nur Gutes. Die konsequente Bodenbearbeitung und die Schonung der Reben durch geringen Ertragsansatz machte sich auch in diesem Jahr wieder positiv bemerkbar. Die Erntemenge ist, nach den kleinen Ernten 2002 und 2003, marktgerecht. Mit dem Jahrgang 2004 können wir wieder feinfruchtige Weißweine mit filigranem Süße-Säure-Spiel präsentieren. Die Rotweine präsentieren sich farbintensiv, stoffig und dicht. Die 2004er Weine werden auch noch im kommenden Jahr für viel Trinkgenuss sorgen. Jetzt hoffen wir für das Weinjahr 2005, dass die Natur wieder auf unserer Seite steht und uns, wie in den vergangenen Jahren, so wertvolles Potential an Trauben beschert.

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